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"Blockflöte pur" bei Mollenhauer am 21. und 22.9.2002Als Neuling in der Blockflötenszene fuhr ich letzten Samstag voller Neugier, was mich in den kommenden zwei Tagen erwarten würde, nach Fulda. Ich spiele seit etwa einem Jahr Sopran- und Tenorflöte, habe natürlich inzwischen die einschlägigen Internetseiten für Blockflötenfreunde entdeckt und den Windkanal abonniert und mich als stolzer Besitzer eines Seminargutscheins umgehend für das Seminar angemeldet, was mir für einen noch ziemlich am Anfang stehenden Spieler am passendsten zu sein schien; "kein Leistungsdruck" und "Wellness pur" waren die Stichworte, aufgrund derer ich meine Entscheidung traf. Bei der Ankunft war ich erst einmal verblüfft, wie "klein" das Unternehmen ist, das in Deutschland ja schließlich zu den beiden Größten zählt; man scheint in ein Einfamilienhaus zu kommen, den Produktionsbereich sieht man erst einmal nicht. Im Seminarraum hatte sich schon der größte Teil der Teilnehmer eingefunden, es herrschte von Anfang an ein sehr angenehmer und familiärer Umgangston, Namensschilder wurden nur mit dem Vornamen beschrieben. Aufgrund der erstaunlich hohen Teilnehmerzahl (deutlich über 30), wurden zwei Gruppen gebildet und dann ging es auch direkt in die erste Runde; für meine Gruppe hieß es Einführung in den Renaissance-Tanz mit Philipp Tenta. Zwei Stunden lang lernten wir zu Musik von der CD die Grundschritte des Renaissance-Tanzes kennen; viele konnten erstmalig eine Vorstellung gewinnen, wie die bei Blockflötisten doch recht bekannte Musik damals umgesetzt wurde. Die recht prüde Art zu tanzen und der übliche Mangel an Herren sorgten auch für einige Heiterkeit. Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter mit einer Führung durch das Unternehmen. Höchst anschaulich bekamen wir gezeigt und erklärt, wie die verschiedenen Blockflöten entstehen. Noch nie habe ich eine solche Auswahl an edelsten Flöten an einem Ort gesehen! Die Blockflöte einmal aus der handwerklichen Perspektive zu betrachten, war schon sehr interessant. Auch die Möglichkeit des Probespielens auf verschiedenen Instrumenten war gegeben und wurde rege genutzt. Nach gemeinsamen Mittagessen stand dann für unsere Gruppe das gemeinsame Musizieren auf dem Programm und hier offenbarte sich dann für mich als Neuling eine ziemliche Klippe. Die Zusammenstellung der Gruppen erfolgte ohne Berücksichtigung der Spielstärke, und so fühlte ich mich im Kreise von alten Hasen und Musiklehrern doch ziemlich überfordert. Hier war für mich mehr zuhören als mitspielen angesagt. Der Samstagmorgen begann dann mit dem Thema Pflege der Blockflöte. Jo Kunath, einer der Geschäftsführer von Mollenhauer, konnte uns alle richtig begeistern. Man merkte richtig, mit wieviel Leidenschaft er selbst beim Thema war. Die Spuren, die ein Abend im Kreise von Blockflötenfreunden hinterlassen hatte, konnten so schnell beseitigt werden. Nach einem theoretischen Teil durfte nach Herzenslust mit Öl, Fett usw. rumhantiert werden. Jo stand immer mit Rat und Tat zur Seite. Nach einem weiteren Block "Renaissance-Tanz", der diesmal von einigen Teilnehmern live begleitet wurde, wurde am Nachmittag nochmals in größeren Gruppen gemeinsam musiziert. Es war schon toll, was sich in so kurzer Zeit bewerkstelligen ließ. Es folgte noch ein sehr interessanten Teil mit freier Improvisation zu einem Gedicht von Morgenstern, dann endete die Veranstaltung gemeinsamem Kaffeetrinken und Präsentaion einiger Spielergebnisse aus den Gruppen. Nach zwei Tagen Blockflöte pur fiel der Abschied schwer. Insgesamt war es eine hochinteressante Veranstaltung. Die Mitarbeiter von Mollenhauer schafften es, von Anfang an eine tolle Atmosphäre zu schaffen und es war ihnen stets anzumerken, daß sie ihr Hobby zum Beruf gemacht haben. Zwischen den Teilnehmern gab es einen regen Informations- und Meinungsaustausch und es war einfach schön, im Kreise sovieler Gleichgesinnter zu sein. In der Abschlußbesprechung wurde auf Kritik an einzelnen Punkten sehr konstruktiv reagiert, so daß ich davon ausgehe, daß das nächste Seminar noch besser wird. Ich jedenfalls war nicht zum letzten Mal in Fulda und kann Seminare bei Mollenhauer nur weiterempfehlen ! Dr. Andreas Röth |
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