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Aktualisierung: 15. September 2012Druckversion

Stockstadt 2010

Schon von weitem klingen Flötentöne über die Rheinauen – hier bin ich richtig! Zum 26. Mal finden in der Altrheinhalle in  Stockstadt die Musiktage statt. Der erste Gang führt zum Kartenverkauf für die insgesamt 7 Konzerte, die während der Musiktage stattfinden. Samstags um 10.00 Uhr bin ich da – und die meisten Karten für die Konzerte sind bereits weg bzw. für das Ensemble Caprice Konzert am Nachmittag wurden schon Extra-Stuhlreihen gestellt, um der großen Nachfrage überhaupt Herr werden zu können.
Dann weiter in die Sporthalle zur Verkaufsausstellung. Am Eingang spielt ein rothaariges Kind fast feenhaft Weisen auf einer Harfe – ein schöner Empfang! Hinter den Doppeltüren erwartet den Besucher eine Kakophonie unterschiedlichster Blockflötentöne, Stimmengewirr und das Geraschel emsiger Notensucher im Sortiment vom Musiklädle in Karlsruhe. Hinein also und schauen, was es Neues gibt.
Viele bekannte Gesichter sind da: Aussteller, Blockflötenfreunde, auch die Profis geben sich in Stockstadt ein Stelldichein. Andreas Küng trägt den Arm in der Schlinge… gute Besserung dafür!
Internationaler sind sie geworden, die Blockflötentage. Nicht nur die Ausstellerschaft, sondern auch das Publikum. Und immer mehr Blockflötenkliniken gibt es…  Der erste Eindruck sagt: es wird ein spannender Tag.

Um 11.00 Uhr beginnt das Konzert von David Bellugi und Ivano Battiston (Blockflöte und Akkordeon). Ideal für Akkordeon-Skeptiker, die nach dem Konzert sicherlich eine andere Einstellung zu diesem Instrument gewonnen haben. Virtuos und mit sehr einfühlsamer Lautstärke gegenüber der Blockflöte begleitet Ivano Battiston die g-moll Bachsonate, BWV 1020. Bei den nachfolgenden Bartok-Stücken kommt kraftvoll eine funkelnagelneue „Eagle“ von  Adriana Breukink zum Einsatz. Wer dachte, Bartok passt nicht auf eine Blockflöte, wurde auch hier eines Besseren belehrt. Ein Highlight des Programms die „Improvisation“, eine Eigenkomposition des Duos für Subbass und Akkordeon, spielerisch und szenisch wunderbar vorgetragen. Ivano Battioston glänzte nach der Pause mit der Toccata und Fuge d-moll, BWV565 für Akkordeon – wie gesagt: Skeptiker haben jetzt sicherlich eine andere Meinung über das Akkordeon. Zu erwähnen ist noch die Zugabe: ein „Operstück“, so Battiston (Italiener, der kein Deutsch spricht). Ein Stück aus einer Oper. Bellugi mit unterschiedlichen Instrumenten verschiedene Darsteller mimend – professionell und sehr spaßig.

Zurück zur Verkaufsausstellung. Wußten Sie, dass es einen Verlag nur für Komponistinnen gibt? Der  Furore Verlag verlegt ausschließlich Werke von weiblichen Komponisten, dabei auch einiges für uns Blockflötisten. Mit am Stand auch der  Pan Verlag für Alte Musik, Blockflöte & Folk. Ursula Kurz-Lange ist da mit ihrem großen Sortiment an Blockflötentaschen. Interessant der Hinweis auf eine neue Veranstaltung des early music Shops im Ibach-Haus: der  recorder summit, geplant für 2011 in Schwelm. Schauen wir, wieviele Stockstadts die Blockflötenszene braucht… Und dann schnell noch eine neue Flöte gekauft – in diesem Fall bei  Kobliczek… danke nochmal für die freundliche Beratung!

Schon ist es 16.00 Uhr – das Ensemble Caprice mit Matthias Maute und Sophie Larivière konzertiert mit dem Programm „Vivaldi und die barocken Zigeuner“. Das Ensemble hatte mit einigen Überraschungen vor dem Konzert zu kämpfen: so fiel eine Violine aus (die allerdings spontan durch Vertretung aus Barcelona ersetzt werden konnte) und die Cembalistin vertrug – so Maute – die letzte Probe nicht und musste kurzzeitig absagen. Dies alles hinderte das Ensemble Caprice jedoch nicht daran, Werke von Vivaldi absolut überzeugend und mit hohem technischen Anspruch an die Flöten vorzutragen. Noch ein zufriedener Blick zurück in die Halle: ein Tag voll von Begegnungen, Informationen und Musik geht zu Ende.